Hand­lungsspiel­räume für Freie Berufe & Cybercrime

28. September 2026

Der Präsident des Sächsischen Landtages, Alexander Dierks, betonte in seinem Grußwort die besondere Verantwortung der Freien Berufe für die Menschen im Land. Ihre Selbstständigkeit gründe auf einem ethischen Fundament und sei für Mitarbeiter wie für den beruflichen Nachwuchs von Bedeutung. Die berufsständische Selbstverwaltung sei heute aktueller denn je, da der Staat viele Aufgaben nicht in gleicher Qualität erfüllen könne. Dierks sprach sich für weniger Reglementierung und Berichtspflichten sowie für mehr Freiräume aus. Reformen seien nicht immer perfekt, aber notwendig, um Probleme nachhaltig zu lösen. Neben Analysen brauche es vor allem Visionen für die Zukunft. Sachsen verfüge über zahlreiche engagierte Menschen, die Verantwortung übernehmen, etwas bewegen und umsetzen wollten.

Auch Gesundheitsministerin Petra Köpping sprach sich in ihrer Videobotschaft für einen Bürokratieabbau zugunsten der Freien Berufe aus. Politik solle den Rahmen setzen und zugleich ausreichend Gestaltungsspielräume lassen. Weniger Verwaltungsaufwand bedeute mehr Zeit für die eigentliche berufliche Tätigkeit.

Im anschließenden Vortrag „Cybercrime – eine unendliche und wiederkehrende Geschichte“ zeigte der Forensiker Prof. Dirk Labudde von der Hochschule Mittweida die Entwicklung der Cyberkriminalität auf. Was in den 1970er Jahren häufig als technisches Experiment begonnen habe, sei heute ein hochprofessionelles Geschäftsmodell. Illegale Geschäftsmodelle würden legale Geschäftsmodelle widerspiegeln. Daten seien zu einem wertvollen Ziel geworden, aus denen Kriminelle Geld generierten. Moderne Cybercrime-Strukturen funktionierten vielfach wie Start-ups: Neue illegale Angriffsmethoden würden entwickelt, getestet und vermarktet. Künstliche Intelligenz verstärke diese Entwicklung durch automatisierte, qualitativ hochwertige und skalierbare Angriffe. Angriffswerkzeuge wie Phishing oder Malware gäbe es im Darknet mit Geld zurück Garantie. Skalierbare Angriffsdienste würden 130.000 Angriffe in drei Minuten schaffen. Die Kriminalitätsbekämpfung sei deshalb ein fortlaufender nie endender Prozess. 

Absolute Sicherheit gebe es im Netz nicht, so Labudde in seinem Fazit. Wichtig seien regelmäßige Updates, das Schließen von Sicherheitslücken, 2-Faktor-Athentizierung und ein konsequentes Risikomanagement. Gerade die Freien Berufe müssten die technologische Entwicklung aufmerksam verfolgen, um nicht den Anschluss zu verlieren.